In der Region. Aus der Region. Für die Region.

Ausblick auf 2026

Mit Mut und Innovation durch die Krisen: 

Ein Interview mit Michael Englert

Ubersichtbild tech News Homepage Michael Englert

 Das Jahr 2026 startet in einem Umfeld, das geprägt ist von technologischem Wandel, wirtschaftlichen Herausforderungen und neuen Chancen. Im Gespräch mit Michael Englert, Vorsitzender des Technologie-Netzwerks Südpfalz e.V., werfen wir einen Blick auf aktuelle Entwicklungen, den Umgang mit langfristigen Krisen, die Bedeutung von Innovation und die Rolle von Bildung. Ein Stimmungsbild aus jahrzehntelanger Erfahrung und Weitblick.

 

Herr Englert, wir stehen am Beginn des Jahres 2026. Viele Unternehmen blicken auf bewegte Zeiten zurück. Wie ist Ihr persönliches Stimmungsbild für das Technologieumfeld insgesamt?

2026 beginnt für mich mit einer vorsichtig optimistischen Grundhaltung. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass Krisen kein Ausnahmezustand mehr sind, sondern Teil einer neuen Normalität. Gleichzeitig sehe ich eine enorme Anpassungsfähigkeit im Technologieumfeld. Unternehmen, Netzwerke und Menschen haben gelernt, schneller zu reagieren, Prozesse zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. Natürlich ist die Unsicherheit noch da, wirtschaftlich, gesellschaftlich und technologisch. Aber ich spüre auch einen stärkeren Zusammenhalt. Viele Akteure denken langfristiger, nachhaltiger und verantwortungsbewusster. Das stimmt mich zuversichtlich für 2026.


Sie haben selbst viel Erfahrung im Umgang mit schwierigen Phasen. Wie sollten Unternehmen Ihrer Meinung nach mit langfristigen Krisen umgehen?

Aus meiner Sicht ist es wichtig, Krisen nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Entwicklungsphase zu begreifen. Es gibt immer eine Zeit vor der Krise, die Krise selbst und auch eine Zeit danach. Entscheidend ist, nicht in der Krise stehenzubleiben. Wer aufgibt, verliert automatisch. Wer dagegen analysiert, lernt und sich neu ausrichtet, geht oft gestärkt daraus hervor. Das bedeutet nicht, dass man Risiken ignorieren soll, im Gegenteil. Aber man sollte handlungsfähig bleiben, realistisch planen und gleichzeitig den Mut haben, weiter zu investieren, vor allem in Menschen, Kompetenzen und Innovationen. Langfristige Stabilität entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch kontinuierliche Weiterentwicklung. Jede Krise bedeutet auch eine Chance.


Technologische Innovation gilt als zentraler Wachstumstreiber. Was braucht es, damit dieses Wachstum wirklich in der Breite ankommt?

Technische Innovation darf kein Nischenthema bleiben. Wachstum entsteht dann, wenn neue Technologien nicht nur entwickelt, sondern auch breit angewendet werden können. Dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen - etwa Förderstrukturen, die nicht nur einzelne Leuchtturmprojekte unterstützen, sondern auch den Mittelstand, Start-ups und regionale Netzwerke erreichen. Technologietransfer, Kooperationen und praxisnahe Anwendungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wenn Innovation in der Fläche ankommt, profitieren ganze Regionen davon - wirtschaftlich, gesellschaftlich und strukturell. Netzwerke wie unseres können hier eine verbindende Rolle übernehmen, indem sie Akteure zusammenbringen und Wissen zugänglich machen.


Ein zentrales Zukunftsthema ist die Qualifizierung. Welche Bedeutung messen Sie Bildung und Nachwuchsförderung bei?

Bildung ist der Schlüssel für alles, was vor uns liegt. Besonders die MINT-Bereiche sind entscheidend, um Innovation nachhaltig zu sichern. Dabei geht es nicht nur um Abschlüsse, sondern um Begeisterung. Kinder und Jugendliche müssen früh erleben, dass Technik Spaß macht, dass sie gestalten können und dass ihr Wissen gebraucht wird. Wir sind hier gut in der Region aufgestellt - sei es durch unser Projekt MINT-SPASS, den Studiengang Digital Engineering in Germersheim mit der Nähe zu wichtigen Universitäten in Karlsruhe (KIT) und Kaiserlaustern (RPTU), praxisnahe Ausbildungen in den Unternehmen oder Fachschulen wie die BBS SÜW, die gezielt im Bereich der Elektrotechnik und Informatik, weiterbildet. Entscheidend ist die gute Verzahnung von Theorie und Praxis.


Zum Abschluss: Welche Botschaft möchten Sie den Mitgliedern und Partnern des Technologie-Netzwerks Südpfalz mit auf den Weg geben?

Meine wichtigste Botschaft lautet: Dranbleiben. Die Zeiten sind herausfordernd, aber sie bieten auch Chancen wie selten zuvor. Innovation entsteht nicht im Alleingang, sondern im Austausch. Netzwerke sind heute wichtiger denn je, um Wissen zu teilen, Kräfte zu bündeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Wenn wir offenbleiben, neugierig denken und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, dann können wir die Zukunft aktiv gestalten - trotz aller Krisen. Oder vielleicht gerade wegen ihnen.

 

TechNetz-Newsletter abonnieren

Image
Die Südpfalz verbindet Vielfalt, Kultur, Lebensart und eine florierende Wirtschaft auf besondere Art. Unser Netzwerk verbindet die Technologie-Unternehmen in der Region und macht technische Kompetenzen und Bedarfe sichtbar.

Kontaktdaten

Carl-Benz-Straße 1
76761 Rülzheim

Telefonnumer: 0151-25380719

Wir nutzen Cookies, Google Fonts und YouTube Videos auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.